Agile Unternehmen - atemberaubende Begegnungen und durchdachte Konzepte

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Zu Besuch beim Musterschüler der agilen Organisation

Agile Unternehmen – atemberaubende Begegnungen und durchdachte Konzepte

Agile Unternehmen – atemberaubende Begegnungen und durchdachte Konzepte

Zu Besuch beim Musterschüler der agilen Organisation

Nachdem ich in der vergangenen Woche anlässlich der Great Place to Work Zukunftskonferenz und der Preisverleihung an die besten Arbeitgeber in Berlin sein durfte, habe ich die Gelegenheit genutzt, einen Musterschüler in Sachen „Agiles Unternehmen“ zu besuchen. Es handelt sich dabei um das Unternehmen movingimage, welches seine Unternehmensorganisation und -prozesse schon seit einigen Jahren konsequent nach agilen Prinzipien aufgebaut hat und damit außerordentlich erfolgreich ist. Besonders begeistert war ich auch davon, dass sich der Geschäftsführer Erdal Ahlatci und der Scrum Master Moritz Polomski viele Stunden Zeit für mich genommen haben, um mir alles ausführlich zu erläutern.

Dabei durfte ich das movingimage Agile-Framework, kurz mia-Framework, aus erster Hand und in aller Offenheit kennenlernen. Damit ist bei movingimage ein individuelles Framework entstanden, das tatsächlich alle Unternehmensbereiche und nicht nur die Softwareentwicklung und das Projektmanagement umschließt. Die Entwicklerteams nutzen die wesentlichen Elemente von Scrum, während die internen Prozesse nach Kanban Prinzipien organisiert sind. Wie das Ganze funktioniert hat movingimage in einem Filmchen angedeutet, der über YouTube erreichbar ist (movingimage so arbeiten wir). Hier bekommt man einen guten ersten Eindruck, spürt aber auch, dass die Konzeption und Umsetzung des Gesamtsystems sicher kein Spaziergang war und viel Konsequenz und Disziplin erfordert hat.

movingimage meets noventum

Die vielen Stunden, die Erdal und Moritz mit mir verbracht haben, dienten natürlich nicht ausschließlich meiner Erhellung. Die beiden Manager waren auch neugierig, wie wir bei noventum das Unternehmen steuern, denn unsere intensiven Erfahrungen aus der Great Place to Work Szene sind für ein agilen Ponier ebenfalls wertvoll. Agilität setzt eben zwingend Vertrauenskultur voraus. Dabei konnte ich neben dem System der Kultivierung von Vertrauen auch einige selbstorganisierte Grundsätze in der noventum Struktur verdeutlichen und damit Impulse setzen.

Dieses Treffen in Berlin hat meine Entscheidung bestärkt, Erdal Ahtlaci als einen der Redner auf dem www.businessunusualforum.de am 22.9. in Münster gebucht zu haben. Ich freue mich schon sehr darauf, dass er seine umfassenden Erfahrungen und Erkenntnisse mit meinen Gästen teilt. Das wird sehr inspirierend, da bin ich mir sicher.

Im Seoulkitchen mit Valentin Nowotny

Nachdem ich beseelt und voller Impulse das „stylische“ Office von movingimage an der Spree verlassen hatte, stand dann schon mein nächstes agiles „date“ an. Ich hatte mich auf der anderen Straßenseite im Souelkitchen an der Warschauer Straße mit dem Autoren Valentin Nowotny verabredet, um Ideen für die Agile Agenda von noventum zu sammeln. Valentin Nowotny hat in seinem Buch „Agile Unternehmen – fokussiert, schnell, flexibel. Nur was sich bewegt, kann sich verbessern“ aus meiner Sicht eine sehr hilfreiche Herangehensweise an die vielfältigen Herausforderungen auf dem Weg zu einer gut funktionierenden agilen Organisation geliefert. Er hat dabei die agilen Prinzipien und Werte verständlich dargestellt und einen sehr praktikablen Blick in den Methodenbaukasten von Scrum, Kanban Design Thinking und Lean Management ermöglicht. Grund genug, sich einmal ausführlich mit diesem Menschen bei Sushi und Minz-Ingwer-Soda auszutauschen. Tatsächlich stellte sich schnell heraus, dass wir auf einer Wellenlänge diskutieren und dass alles, was mir bzgl. einer agilen Organisation wichtig erscheint, von ihm in glaubwürdiger Weise adressiert wird. Für ihn und für mich gilt „Agilität ist Zukunftssicherung“ und in diesem Sinne haben wir vereinbart, gemeinsam weiter an der Agilen Agenda noventum zu arbeiten. Die nächsten Termine sind schon vereinbart. Ich werde berichten.    

In der kommenden Woche beleuchte ich unsere Antwort auf die Gefahr des Silodenkens bei extrem selbstorganisierten Unternehmenseinheiten. Wie schaffen wir es, auf der einen Seite dezentral autark zu handeln und andererseits integriert zu sein in die Entwicklungen der anderen dezentral autark handelnden Geschäftsbereiche? Und das auf eine hocheffiziente Weise, so dass die Vorteile der Dezentralität nicht durch viele Schnittstellen und Diskussionsrunden wieder vernichtet werden. 

Valentin Nowotny: AGILE UNTERNEHMEN – FOKUSSIERT, SCHNELL, FLEXIBEL: Nur was sich bewegt, kann sich verbessern

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Kommentar von Patrick Östreicher |

Herr Rotermund,

vielen Dank für diesen sehr schön lesbaren Beitrag. Vor allem der positive Kommentar zum Buch hat mir gefallen und so ist ein neuer Kandidat für die Kindle-Weihnachtsliste gefunden.
Aber auch was in dem Gespräch zum MIA-Framework rauskam, war relevant, denn meiner Meinung nach ist gerade das Element Vertrauen einer der am stärksten unterschätzten Bausteine einer agilen Transformation. Und, leider, oft auch einer der problematischsten, da "wir Deutschen" doch fast zur Verzweiflung treibend gerne die Kontrolle über alles und jeden behalten möchten.
Da möchte man fast schon sagen: Keep fighting the good fight! :-)

Viele Grüße

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